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Autohof an der A 45 ist jetzt einer der größten Schnellladestandorte Deutschlands

 

Autohof an der A 45 ist jetzt einer der größten Schnellladestandorte Deutschlands

02.08.2026

Der Autohof Langenselbold/Erlensee bietet jetzt 44 Ladepunkte von sechs Anbietern. Als nächstes soll eine Ladestation für E-Lastwagen entstehen.

Der Autohof nahe der A 45 gilt nun als einer der „größten öffentlich zugänglichen High-Power-Charging-Standorte Deutschlands“, wie das Unternehmen V24 Autohöfe mit Stammsitz in Regensburg gestern beider Eröffnung weiterer Ladestationen mitteilte. Insgesamt stehen dort nunmehr 44 Ladepunkte von sechs Anbietern mit jeweils einer Leistung von bis zu 400 Kilowatt bereit. Dabei soll es jedoch nicht bleiben. Als nächstes Vorhaben steht eine Tanke für E-Lastwagen an. Geschäftsführer Daniel Weber sprach von einer „qualitativen Aufwertung“, von der nicht allein die Nutzer der Autobahn profitierten, sondern auch die Menschen aus der Region.


E-Autos mögen leise sein, aber in den vielen Ladestellen sausen die Kühlventilatoren kräftig und vielstimmig, wenn durch die fleischwurstdicken schwarzen Kabel etwa binnen 20 Minuten so viel Gleichstrom in den Auto-Akku gepresst wird, wie mehrere vierköpfige Familien in vier bis neun Tagen durchschnittlich verbrauchen. Zu den bisherigen Ladepunkten von Allego und Tesla sind nun ein ganzer Schwung weitere von anderen Anbietern hinzugekommen, und das konzentriert auf einer Fläche. Die neuen Betreiber heißen EnBW mobility+, Mercedes-Benz High-Power Charging, IONITY und Electra. Letzterer hat seine Station sogar etwas im Stil einer Sprit-Tanke gestaltet, auch mit weithin sichtbarem Kilowattpreis. Das Kassenhäuschen fehlt jedoch wie an allen Stromtankstellen, bezahlt wird nur bargeldlos mit EC- oder Kreditkarte oder per App auf dem Smartphone.

Jeder Betreiber offeriere eigene Kundenvorteile und Nutzerkomfort

Warum nun sechs Anbieter auf dem Autohof, da bekanntlich – anders als bei Benzin und Diesel – beim Strom keine Qualitätsunterschiede bestehen, erklärt Mitgesellschafterin Roxanne Ruscheinsky mit einem Vergleich. „In einer Shopping Mall gibt es ja auch mehrere Schuhgeschäfte, um den Kunden eine Vielfalt zu bieten“, sagt sie. Jeder Ladepunktbetreiber offeriere eigene Kundenvorteile und Nutzerkomfort. Dies betreffe gleichfalls die Tarife. So kann der Preisunterschied je nach Anbieter mehr als ein paar Cent betragen, wenn etwa mit der Anbieter-App oder per EC-Karte gezahlt wird, oder eine bestimmte Automarke am Ladekabel hängt. Laut Ruscheinsky sind die Tesla-Stationen auf dem Gelände ebenso für Autos anderer Hersteller freigeschaltet.
Fahrer von Lastwagen mit E-Motoren können derzeit den Autohof noch links liegen lassen – zumindest wenn es um das Aufladen geht. „Lkw sind ein schwieriges Thema“, sagt Ruscheinsky. Alle 15 Standorte sollen in nächster Zeit mit Ladepunkten für Lastwagen ausgestattet werden. Die Planungen hierzu laufen. Allerdings gibt Ruscheinsky zu bedenken: „Auf deutschen Straßen fahren aktuell nur rund 3.000 Elektro-Lkw, dem stehen mehr als vier Millionen E-Autos gegenüber.“

Bürgermeister von Erlensee und Langenselbold loben Infrastruktur

Stefan Erb, Bürgermeister von Erlensee, und sein Langenselbolder Amtskollege Wolfgang Rittershauß (beide SPD) äußerten sich sehr zufrieden über die Entwicklung des Rasthofes. Die Erweiterung bei den Ladestationen sei eine wichtige Ergänzung der Infrastruktur. Hervorgehoben wurde zudem die langjährige und reibungslos funktionierende Kooperation der Kommunen mit dem Unternehmen.


Horst Meierhofer, Geschäftsführer des Landesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft Hessen/Rheinland-Pfalz, fand für die Entwicklung des Autohofs ebenfalls zustimmende Worte, jedoch begleitet von einem Aber. Er betonte, dass Netzbetreiber und Stromanbieter frühzeitig den Ausbau von leistungsfähigen Netzen planen sollten. Dies bezog er hauptsächlich auf die Rhein-Main-Region.

Die dortige Vielzahl der bestehenden und noch in Planung befindlichen Rechenzentren sowie die Wärmewende würden hohe Verbräuche generieren, zu denen auch die steigende Elektromobilitätbeitragen werde. Meierhofer sprach sich dafür aus, dass ob dieser Entwicklung die Anbieter von Stromtankstellen das flexible Laden in ihrem Konzept übernehmen sollen, möglicherweise auch als Zwischenlösung. Das kann laut Meierhofer bedeuten, in Zeiten hoher bis sehr hoher Stromlast wird der Ladestrom für Autos an der Tanke zur Entlastung der Netze gedrosselt.

30.000 Quadratmeter große Ackerfläche soll ebenfalls entwickelt werden

Unabhängig von Volt, Ampere und Watt wird V24 Autohöfe, genauer deren Immobilientochter 24-Real Estate, eine 30.000 Quadratmeter große Fläche am Standort entwickeln. Das Areal zwischen Röntgenstraße und der L 3445 wird derzeit noch als Ackerland genutzt. Was dort entstehen soll, etwa zum Autohof passendes Gewerbe, war von der Unternehmensführung nicht zu erfahren. Die Verträge seien noch nicht unterschrieben. „Hochwertiges“ und Kleingewerbe sollen sich dort ansiedeln, hieß es lediglich.

 

Zum Originalartikel: https://www.op-online.de/region/main-kinzig-kreis/deutschlands-autohof-an-der-45-ist-jetzt-einer-der-groessten-schnellladestandorte-94423176.html


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